Beat!Beat!Beat! - Lightmares

"Wir wollen keine langweilige Popmusik"

Über Kühe, die durch Dörfer getrieben werden, könnten Beat! Beat! Beat! Lieder singen. Weil sie selbst aus einem dieser Dörfer kommen. Und weil sie als Kinder der späten neunziger und frühen nuller Jahre Hypes selber aufsaugten.

Alter und Herkunft aber hört man ihrem dieser Tage in Dunkelheit und Licht erstrahlenden Debüt Lightmares nicht an. Dafür wissen Joshua Gottmanns, Marius Lauber, Tim Gerke und Moritz Leppers hörbar viel zu gut, was sie da tun. Und weil das Schicksal der Geburt in Raum und Zeit allein noch nie ein Gradmesser für gute Songs war, soll all das von nun an für Beat! Beat! Beat! keine Rolle mehr spielen. Es gibt schließlich wichtigere Dinge, über die es sich zu Singen lohnt. Das Weltall zum Beispiel.

Unterbewusst ist Lightmares wohl ein Konzeptalbum geworden, weil ich mir während des Schreibens andauernd Weltraum-Reportagen reingezogen habe, erklärt Sänger Joshua den Weg von ihrer EP Stars hin zum jetzigen Debüt. Vor allem aber wollen wir eingängige Musik mit Anspruch machen. Popmusik, die nicht langweilig ist. Dieses Ziel darf man nun als erreicht betrachten.

Als sich Joshua, Tim, Marius und Moritz 2006 als 16-Jährige kennenlernten und ihre Instrumente durchprobierten, waren sie noch allesamt beeindruckt von Math Rock und vom New New Wave aus England, von den Klaxons, von engen Neon-Klamotten. Plakativ sollte der Bandname sein und zur damals noch elektronischeren, minimalen Musik passen. Die ist mittlerweile,  wie schon die erste Single We Are Waves euphorisch ankündigt, verzerrten Gitarren und einem präzise erzeugten und großflächigen Sound gewichen, der wohltuend mehr nach den Neunzigern als nach zwanghaft Zeitgenössischem klingt. Als ich mit einiger Verspätung The Strokes entdeckte, wurden wir alle riesige Fans, erinnert sich Joshua weiter. Da war er 13.

Nach Ihrer 5-Track-EP Stars, die von The Cinematics-Gitarrist Larry Reid gemastered wurde, ging alles ganz schnell: Der Radiosender EinsLive spielte Fireworks rauf und runter, der britische NME kürte Beat! Beat! Beat! prompt zur deutschen Antwort auf Foals. Dennis Scheider (Ex-Muff Potter) entdeckte die Band online, nahm sie für sein Label Richard Mohlmann Records unter Vertrag und produzierte im Sommer 2010 in Berlin-Kreuzberg Lightmares. Im September spielen Beat! Beat! Beat! auf der Expo in Shanghai, im Oktober folgt eine eigene Tour. Und ihr Abi haben Tim, Marius und Moritz mittlerweile auch in der Tasche. Joshuas Abschluss folgt, und somit befinden sie sich gerade schön in der Schwebe und bereit zum durchstarten, wie Joshua es beschreibt.