Plan B (Berlin)

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Coming back for more

Hits wie “Beam me up, Scotty”, “Life’s a beat”, “Grab it” oder “Dancing Propaganda” laufen noch heute in den Indie-Diskos des Landes, Bands wie die Beatsteaks erinnern sich mit leuchtenden Augen an die legendären Gigs der Berliner Kollegen. Und können sie nun glücklicherweise wieder erleben, denn nach 140.000 verkauften Tonträgern, erfolgreichen Tourneen u.a. mit den Ramones, zwei USA-Veröffentlichungen und rund 15 Jahren Pause kehren Plan B aus Berlin im Jahr 2012 auf die Rock’n’Roll-Bühnen zurück, arbeiten an neuem Material, bringen ihre bisherigen Veröffentlichungen zum ersten Mal auf den digitalen Markt und beweisen, dass grandiose Songs und eine aufrechte Haltung nicht altern.

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Blick zurück im Zorn:
Bis Mitte der Neunziger Jahre lief alles großartig für die vier Berliner. Ausverkaufte Hallen in ganz Deutschland, Tourneen u.a. durch die USA und England sowie eine eingeschworene Fan-Gemeinde machten Plan B mit ihrem Post-Punk-Mix aus handgemachtem Rock und tanzbaren Grooves zu einem der beliebtesten Live-Acts im Lande. 1994 war das vierte Major-Album “Alphabet Soup” gerade in New York von Produzent Mark Plati (David Bowie, Prince) fertig gestellt worden, doch bei der Heimkehr nach Deutschland kam der Schock für die Band: Der damalige Chef des Band-Labels BMG Ariola, Thomas Stein, wollte die Aufnahmen entgegen vertraglicher Verpflichtungen nicht veröffentlichen.

Jahrelange Rechtsstreits legten die Band daraufhin lahm und es kam zur Frust- Entscheidung. Plan-B-Sänger Johnny Haeusler erinnert sich:

“Ich hörte ‘Going Underground’ von ‘The Jam’ im Radio und kämpfte mit den Tränen vor Wut. Es war die Kraft solcher Musik gewesen, die mich dazu getrieben hatte, eine Band zu gründen und auf Bühnen zu steigen, und plötzlich saß ich da, lahmgelegt von Anwälten und daher durch Dritte unfähig gemacht, weiter meine Musik zu spielen. Kraftlos und aus purer Verzweiflung löste ich die Band auf. Ich wollte mit diesem Business einfach nichts mehr zu tun haben, wollte mein Leben und meine Musik nicht von Anwälten bestimmen lassen.”

Nach der Auflösung 1996 suchten die einzelnen Musiker Abstand voneinander und gingen ihrer eigenen Wege. Hans Hackenberger (git) und Fritz Neitzert (bass) kümmerten sich um andere Projekte und Arbeiten, Andreas “Perzi” Perzborn (dr) arbeitete als Designer, trommelte jedoch auch weiterhin für diverse Bands, und Johnny Haeusler, Gitarrist,

Sänger und Kopf der Band, widmete sich seiner zweiten Leidenschaft neben der Musik: Den digitalen Medien. Sein Blog “Spreeblick” zählt heute zu den erfolgreichsten des Landes, die vom ihm mitveranstaltete Social-Media-Konferenz “re:publica” gilt als eine der wichtigsten ihrer Art in Europa.

“Wir haben noch eine Rechnung offen ...”

Dennoch kam Haeusler nicht zur Ruhe:

“Ich hatte immer den Eindruck, dass Plan B nicht wirklich beendet war, dass wir noch eine Rechnung offen hatten. Und unzählige Mailanfragen zeigten mir, dass es viele Menschen gibt, die unsere Songs noch immer lieben. Und ich vermisste den großartigen Krach, die Energie der Band. Also beschloss ich 2011 in den Proberaum zu gehen mit dem Ziel, die Songs wieder auf die Bühne zu bringen.”

Grab it!

Als Mitstreiter fand Haeusler für diesen Plan B neben Drummer Perzi zwei alte Freunde der Band und ebenfalls bekannte Berliner Musiker:

Beckmann war Bassist der Rainbirds und Co-Autor ihres Hits “Blueprint”, er spielte ebenfalls bei Depp Jones. Heute ist er gefragter Komponist, kümmert sich um Soundtracks für Spielfilme und lässt nun auch für Plan B die tiefen Töne erbeben.

Sein Kollege Sven Schumacher, ehemals bei den Bands Gum und No Harms und heute als Solo-Künstler und mit diversen Bands unterwegs, sorgt dabei für die Lead-Gitarren und Backing-Gesänge.

Und das Business?

“Die Zeiten haben sich geändert”, weiß Haeusler. “Musik findet zum Glück zwar immer noch und sogar verstärkt live statt, doch neben dem Radio und dem TV lebt sie nun auch im Internet, auf Facebook, bei YouTube, bei iTunes, auf dem Smartphone. Die Möglichkeiten sind schier endlos und wir werden sie alle nutzen. Ob wir dazu dann überhaupt noch eine Plattenfirma brauchen ... das wird sich zeigen.”

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